Der Akademische Börsenverein Greifswald e.V. wünscht Euch eine erfolgreiche Prüfungszeit!
Agio
Aufgeld. Preisaufschlag auf den Nennwert eines Wertpapiers oder den Paritätskurs einer Devise: Nennwert bzw. Parität + Agio = Kurs
Aktie
Share, Stock. Aktien zerlegen das Grunfkapital einer Aktiengesellschaft in kleinere Anteile und verbriefen gleichzeitig die Teilhaberechte an der AG. Die Aktien können gem. § 8(1) AktG entweder als Nennbetrags- oder Stückaktien begründet werden. Der Besitzer (Aktionär) ist Miteigentümer der Aktiengesellschaft (AG) oder der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). In beiden Fällen stellen die Aktien ein "Bruchteileigentum" an dem jeweiligen Unternehmen dar und garantieren einen Anspruch auf Beteiligung am ausgewiesenen Jahresgewinn der Aktiengesellschaft in Form der Dividende.
Aktienfonds
Investmentfonds, bei dem die Kapitalanlage vorwiegend oder ausschließlich in Aktien erfolgt. Anleger können an den attraktiven Wertsteigerungsmöglichkeiten von Aktien teilhaben, wobei das Risiko durch die breite Streuung der Fondsmittel im Vergleich zur Einzelanlage in Aktien als gering einzustufen ist.
Aktiensplit
Entsteht durch Vermehrung der Aktien, indem die alten Aktien gegen eine größere Anzahl neuer Aktien (Splitaktien) umgetauscht werden, deren Nominal- oder Stückwerte im entsprechenden Verhältnis herabgesetzt sind. Hierdurch erfolgt keine Kapitalzufuhr. Damit ist auch kein Finanzierungseffekt gegeben. Lediglich die Zahl der Aktien wird erhöht. Ziel einer derartigen Maßnahme ist es die Aktie besser handelbar zu machen.
Anleihe
Loan, Bond, Schuldverschreibung, Obligation, Rentenwert. Instrument der langfristigen Kreditfinanzierung. Eine Anleihe lautet über einen Gesamtbetrag und wird in Teilschuldverschreibungen zerlegt und verbrieft. Teilschuldverschreibungen sind Inhaber- oder Orderpapiere (Wertpapiere), wobei heute die Ausgabe von Inhaberpapieren vorherrscht. Anleihegläubiger (Obligationäre) haben das Recht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie einer festgelegten Verzinsung. Die Laufdauer von Schuldverschreibungen mit endfälligkeit schwankt - entsprechend den Bedürfnissen der Emittenten und deraktuellen Kapitalmarktlage - zwischen 5 und 30 Jahren. Daneben gibt es Anleihen, die im Emissionszeitpunkt ohne Endfälligkeit ausgestattet werden (keine Tilgungsverpflichtung), sog. ewige Anleihen.
Baisse
Negative Entwicklung an Börsen, die sich in einer gleichgerichteten Kursentwicklung ausdrückt. Sie kann sich auf alle Märkte oder lediglich Teilmärkte erstrecken.
Beta-Faktor
Quantitative Maßgröße, welche die relative Schwankungsbreite (Volatilität) eines Finanztitels im Verhältnis zum Gesamtmarkt darstellt. Er verbindet die Periodenrendite einer einzelnen Aktie mit derjenigen des gesamten Marktes und wird aus diesem Grund zur Beurteilung des Finanzaktivums herangezogen.
Bezugsrecht
Subscription Rights, Stock Rights. Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen.
Blue Chip
ür Aktien erstklassiger Unternehmen, insbesondere für solche, die im Dow-Jones-Index erfasst werden. Sie zeichnen sich durch hohes Rating und i. d. R. ein gutes Kurs/Gewinnverhältnis aus. In Deutschland spricht man von Standardpapieren.
Börsenplatz
Ort, an welchem eine Börse ihren Sitz hat. In der Regel findet dieser Terminus lediglich auf Plätze Anwendung, die Sitz einer Wertpapierbörse sind. Wertpapierbörsen befinden sich in der BRD in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.
Bulle & Bär
Börsianer mit pessimistischer Einstellung werden als Bären bezeichnet und rechnen mit einem Rückgang der Kurse, einer Baisse. Symbolisch steht hierfür ein Bär, da er mit der Pranke von oben nach unten schlägt.
Für ansteigende Kurse (Hausse) steht der Bulle, da er mit dem Kopf von unten nach oben stößt. Wie die Symbolik entstanden ist, ist nicht überliefert. Bekannt ist die Skulptur aus einem Bullen und einem Bären vor der Frankfurter beziehungsweise New Yorker Börse.
Call-Option
Kaufoption. Ist eine Option, bei welcher der Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht hat, innerhalb eines bestimmten Zeitraums (amerikanische Optionen) oder an einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Optionen) einen bestimmten Basiswert (Underlying) zu einem im Voraus festgelegten Preis (Ausübungspreis, Strike-Preis) in einer im Voraus festgelegten Menge zu kaufen.
Cash Flow
Allgemein wird der Cash Flow als der finanzwirtschaftliche Überschuss (Einnahmenüberschuss) einer Periode verstanden.
Chart
Graphische Darstellung langer Zahlenreihen börsennotierter Werte (Effekten, Devisen, Waren) sowie Indizes (Indexverlauf eines Wertes, einer Branche, eines Gesamtmarkts).
Depot
Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren Dritter durch Kreditinstitute gem. § 3 DepotG.
Disagio
Abgeld. Preisabschlag auf den Nennwert einer Schuldverschreibung oder einen Darlehensbetrag.
Dividende
Gewinnanteil der Aktionäre, dessen Höhe (in v. H. des Nennbetrages oder in € pro Aktie) im Rahmen der Hauptversammlung festgelegt wird.
Effekten
In Urkunden verbriefte Wertpapiere, die vertretbar, börsenfähig und zur Kapitalanlage geeignet sind.
Emission
Erstausgabe von Effekten mit dem Ziel der vollständigen, risikofreien und kostengünstigen Unterbringung von Wertpapieren zur Kapitalbeschaffung.
Festgeld
Befristete Einlage, die bei Kreditinstituten auf eine ex ante festgelegte Laufzeit angelegt wird. Der Zinssatz für Festgeld richtet sich nach den Geldmarktsätzen für vergleichbare Fristen.
Gratisaktie
Bezeichnung für Aktien, die im Rahmen von Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln gem. §§ 207-216 AktG ausgegeben werden. Bei Ausgabe von Gratisaktien z. B. im Verhältnis 2:1 erhält ein Aktionär für zwei alte Aktien eine Gratisaktie.
Hauptversammlung
Organ der Aktiengesellschaft. In der Hauptversammlung üben die Aktionäre, soweit gesetzlich nicht anderweitig geregelt, ihre Rechte in den Angelegenheiten der AG aus. Sie beschließt in allen Fällen, die im Gesetz und der Satzung gem. §118 AktG ausdrücklich bestimmt sind.
Hausse
Positive Entwicklung an Börsenmärkten, die sich in einer gleichgerichteten Kursentwicklung ausdrückt.
Investmentfonds
Sondervermögen einer Investmentgesellschaft des Vertragstyps, das aus dem, gegen Ausgabe von Anteilen eingelegten, Geld der Anleger gebildet wird. Dieses Sondervermögen wird von der Investmentgesellschaft für gemeinschaftliche Rechnung der Einleger im eigenen Namen nach dem Grundsatz der Risikomischung in handelbaren und vertretbaren Werten angelegt.
Kapitalerhöhung
Kapitalaufstockung vollzieht sich bei Unternehmen mit variablem Eigenkapital (Einzelunternehmung, Personengesellschaften) formlos durch unmittelbare Verbuchung auf dem Eigenkapitalkonto. Bei Unternehmen mit festgelegtem Stamm- bzw. Grundkapital (AG, GmbH, KGaA) ist nach gesetzlichen Regelungen zu verfahren. So erfolgt eine Kapitalerhöhung ordentlich gem. §§ 182 ff. AktG oder bedingt gem. §§ 192 FF. AktG.
Kassakurs
Preis für eine Währung, die innerhalb zweier Tage nach Geschäftsabschluss geliefert bzw. beschafft wird.
KGV
Kurs-Gewinn-Verhältnis. Rentabilitätskennziffer, die sich aus der Gegenüberstellung des Kurses der Aktie mit dem auf diese Aktie entfallenden Reingewinn ergibt.
KGV = Börsenkurs der Aktie / Gewinn je Aktie
Kurszusätze
Zusätze zu den Börsenkursen, die der genaueren Kennzeichnung der Marktlage dienen. Bei beträchtlich positiven oder negativen Abweichungen des festzustellenden Kurses vom Vortagskurs werden gesonderte Hinweise in Form von Minuszeichen bzw. Pluszeichen notwendig.
Limit
Bei Aufträgen an Effektenbörsen jener feste Kurs, der bei Verkauf (Kauf) nicht unterschritten (überschritten) werden darf. Limitierte Aufträge müssen ausgeführt werden, wenn der limitierte Kurs an der Börse festgestellt wird.
Bei Aufträgen von DTB-Optionen jener feste Preis (Obergrenze oder darunter), zu dem der Auftrag ausgeführt werden muss.
Bei Devisenhandelsgeschäften gelten die Limits nur jeweils für den Tag, an welchem die Auftragserteilung erfolgt.
Darüber hinaus handelt es sich bei Limit um eine andere Bezeichnung für Kreditlinie.
Nennwert
Nennbetrag. Auf Anleihen angegebener Geldbetrag, der die Basis für die Verzinsung und Höhe der Forderung des Inhabers gegen den Emittenten im Falle der Tilgung darstellt.
Auf Aktien angegebener Geldbetrag. Er definiert den Betrag, der auf die einzelne Aktie am zerlegten gesamten Grundkapital entfällt. Der Nennwert wicht insbesondere bei Aktien häufig stark vom Kurswert ab.
Neuer Markt
Handelssegment der Frankfurter Wertpapierbörse für Aktien kleiner und mittlerer Wachstumsunternehmen, das im Jahr 1997 eingerichtet wurde. Mit dem Wechsel aller Unternehmen aus dem Neuen Markt in die Börsensegmente Prime Standard und General Standard wurde der neue Markt 2003 geschlossen.
Option
Berechtigt den Käufer, verpflichtet ihn aber nicht, gegen Zahlung einer Prämie eine bestimmte Menge eines Basisobjekts zum fixierten Basispreis innerhalb einer bestimmten Periode oder zum Ende der Optionsfrist zu kaufen (Call Option) oder zu verkaufen (Put Option). Der Verkäufer der Option verpflichtet sich bei Ausübung der Option durch den Käufer zu den vereinbarten Konditionen jederzeit zu liefern oder abzunehmen. Im Gegenzug erhält der Verkäufer hierfür eine Prämie.
Put
Verkaufoption. Berechtigung, nicht aber Verpflichtung, eine bestimmte Menge eines Handelsobjekts zu einem vereinbarten Kurs oder Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraumes oder zu einem vereinbarten Zeitpunkt zu verkaufen.
Rendite
Jährlicher Ertrag (Dividende, Zins) in v. H. des investierten Kapitals.
Stammaktie
Ordinary Share. Verbrieft dem Inhaber sämtliche Rechte gem. AktG. Es besteht das Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, Recht auf Auskunftserteilung, Stimmrecht. Stammaktien können als Names- oder Inhaberaktien ausgegeben werden und sind in Deutschland der wichtigste Aktientyp zur Beschaffung von Eigenkapital der Aktiengesellschaften.
Tafelgeschäft
Wertpapiergeschäft, bei dem die Abwicklung zwischen dem Kreditinstitut und dem Bankkunden durch Übergabe der Stücke gegen Barzahlung erfolgt.
Variabler Markt
Variabler Handel, Variabler Verkehr. Markt für diejenigen Wertpapiere mit großen Umsätzen, für welche über die gesamte Börsenzeit hinweg – entsprechend der Auftragslage – Abschlüsse getätigt werden können. Im Gegensatz zum Einheitsmarkt erfolgt die Kursfeststellung laufend.
Volatilität
Schwankungsmaß der Variabilität von Wertpapierkursen, Zinssätzen und Devisen. Allgemein üblich ist die Messung der Volatilität eines Wertpapierkurses durch die Berechnung der Standardabweichungen relativer Kursdifferenzen.
Vorzugsaktie
Preferred Stock, Privileged Stock, Priority Share. Gewährt Inhabern im Vergleich zu Stammaktien Vorzüge, die in einer besonderen Form der Stimmrechtsausgestaltung, im Dividendenanspruch oder in der Bevorzugung bei der Verteilung des Liquidationsvermögens liegen können.
Wertpapier
Urkunde über privatrechtliche Besitzverhältnisse, die ein Recht verbrieft, wobei zur Ausübung des Rechts der verbriefte Besitz erforderlich ist.
WKN
Wertpapierkennummer. Eindeutige Identifikationsnummer für jede Aktie, Anleihe oder jedes Wertpapier.
Xetra
Exchange Electronic Trading, XETRA-Handelssystem. Internationale vollelektronische Handelsplattform der Deutsche Börse AG. Die weltweit agierenden Marktteilnehmer können sämtliche an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktien, Anleihen sowie Optionsscheine in jeder Ordergröße über XETRA handeln.
Quelle:
Bestmann, Uwe (2007): Börsen- und Finanzlexikon, 5. Auflage, München